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TSV-News im Detail
Okt 26, 2020 • Kategorie: mA1
JBLH mA1: TSV Allach 09 - Rhein-Neckar Löwen 28:42 (15:19)

Eine Nummer zu groß

In guten Phasen waren die Allacher ebenbürtig, die Rhein-Neckar Löwen spielten aber zu konstant auf sehr hohem Niveau und waren damit unter diesen Bedingungen nicht zu schlagen.

Die Hiobsbotschaft erreichte Trainer Andreas Krauß spät am Vorabend der Herausforderung: Zwei der Leistungsträger aus der üblichen Startsieben mussten in Quarantäne und fielen damit für die schwere Partie aus.

Die Besetzung der Teams in der Jugend-Bundesliga schwankt zuweilen. Neben den üblichen verletzungsbedingten Aufstellungsunterschieden spielen die besten Akteure oft schon mit Vorrang in den Erwachsenenmannschaften, diese Saison kommen noch die Corona-bedingten Ausfälle hinzu. Doch diesmal reiste der Rhein-Neckar-Nachwuchs in absoluter Bestbesetzung an, denn sie waren nach der überraschenden Niederlage in der Vorwoche aus den Plätzen für die Meisterrunden-Qualifikation gerutscht.

Leider war das Setting des Spieles der aktuellen Situation geschuldet wieder ohne Zuschauer. So konnten zwar keine 800 Zuschauer in der Halle dabei sein, die aus dem Spiel ein Handballfest gemacht hätten, dafür hatte das ansehnliche Spiel fast 1.600 Aufrufe im Livestream.

Und die sahen zu Beginn nervöse erste Angriffe auf beiden Seiten. Die Ungenauigkeit legten dann die Gäste zuerst ab und gingen entsprechend in der 10. Minute mit 3 Toren in Führung. Immer wieder agierten sie zielgerichteter und nutzten dabei ihre Athletik geschickt, während die Gastgeber bei den letzten Pässen oft zu ungenau spielten und so wuchs der Abstand bis zur 20. Minute weiter an auf ein 8:14.

In dieser Phase des Spieles gelang es dann – nach einem Timeout – in der Defensive den Gegner mehr unter Druck zu setzen, dadurch wiederholt den Ball zu erobern und auch in der Offensive mutiger und konsequenter zu handeln. Und so brauchte das Münchener Team nur sieben Minuten für einen 7:1-Lauf, um die Partie wieder auszugleichen zum 15:15.

Nun hätte man zuversichtlich sein können, denn zusätzlich zum Spielstand waren die Allacher eigentlich im psychologischen Vorteil, sechs Tore aufgeholt zu haben. Doch diesen konnten sie leider nicht nutzen. Zu viele einfache Ballverluste, die gnadenlos ausgenutzt wurden. Der Spielfluss ging verloren und die guten Chancen, die man erspielte, machte der EHF-Pokal erfahrene RNL-Torhüter zunichte. Die pausenübergreifende Bilanz: 9 Minuten kein Feldtor und bis zur 43. Minute ein 18:30-Rückstand, damit war das Spiel nach dieser Phase verloren. Zu stark waren die Gegner, um noch auf ein Wunder zu hoffen.

Erneut nach einem Timeout und einer Umstellung auf eine offensive Abwehrvariante fing sich das Team dann noch einmal. Es gelangen mehrere Ballgewinne, der Ball lief wieder besser und hätte man die Chancen besser genutzt, wäre noch eine weitere Verkürzung als auf neun Tore möglich gewesen. Gegen die über die kompletten 60 Minuten von ihrem Trainer angetrieben Löwen kam aber kein echter Zweifel am Spielausgang auf. Trotzdem war das Spiel immerhin 16 Minuten ausgeglichen, ehe nach zwei leichten Ballverlusten am Ende das Spiel mit 28:42 verloren ging.

Aufgrund der schwierigen Situation mit den kurzfristig ausgefallenen Spielern und möglicherweise zuweilen zu geringem Glauben an sich selbst, muss man sich auf die positiven Phasen des Spieles konzentrieren, über zwei Drittel war man auch mit diesem Kader konkurrenzfähig. Das etwas zu hohe Ergebnis war mit einem sicheren Sieg für die Gäste aber leistungsgerecht.